Das Problem, das viele zu spät bemerken
Der Umzug nach Dubai ist geplant, der Mietvertrag in den Emiraten unterschrieben, die Möbel sind teils schon eingelagert. Und dann taucht beim finalen Durchgang durch die alte Wohnung auf, was vorher niemand sehen wollte: Kotspuren hinter dem Kühlschrank, angenagtes Holz an den Sockelleisten, kleine schwarze Punkte auf der Matratze. Ein Schädlingsbefall kurz vor dem Auszug gehört zu den unangenehmen Überraschungen, die Auswanderer regelmäßig unterschätzen.
Das Thema klingt kleiner, als es ist. Wer den Befall nicht dokumentiert und ordnungsgemäß beseitigen lässt, riskiert erhebliche Nachforderungen vom Vermieter, Streit mit dem Nachmieter und im schlimmsten Fall eine Schadensersatzklage. Gerade für Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt dauerhaft ins Ausland verlegen, ist ein langer Rechtsstreit über die alte Wohnung das Letzte, womit sie sich befassen wollen.
Welche Schädlinge in mitteleuropäischen Mietwohnungen auftreten
Die häufigsten Fälle, mit denen Auswanderer unmittelbar vor dem Auszug konfrontiert werden, sind Bettwanzen, Schaben (umgangssprachlich Kakerlaken), Mäuse und Taubenflöhe. Seltener, aber nicht selten genug, kommen Holzbock-Larven in älteren Holzböden vor. Jeder dieser Fälle erfordert eine andere Vorgehensweise, und nicht alle lassen sich mit Supermarktprodukten dauerhaft lösen.
- Bettwanzen: Überleben ohne Nahrung bis zu einem Jahr. Wer befallene Möbel einlagert oder mitnimmt, schleppt das Problem direkt weiter.
- Schaben: Überleben in Zwischenwänden und hinter Einbauküchen. Ohne professionelle Behandlung ist ein Befall kaum vollständig zu beseitigen.
- Mäuse: Hinterlassen Urinspuren, die mit bloßem Auge unsichtbar, aber für den nächsten Mieter sofort spürbar sind.
- Taubenflöhe: Entstehen, wenn Tauben auf dem Balkon genistet haben. Treten oft erst nach dem Auszug der Vögel massiv auf.
Rechtliche Lage: Wer haftet für den Schaden?
In Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt grundsätzlich: Der Mieter muss die Wohnung in dem Zustand zurückgeben, in dem er sie übernommen hat, zuzüglich normaler Abnutzung. Ein Schädlingsbefall fällt nicht unter normale Abnutzung. Ob der Mieter haftet, hängt davon ab, wann und wie der Befall entstanden ist. Hat der Vermieter eine bereits befallene Wohnung übergeben, trägt er die Kosten. Hat sich der Befall während der Mietzeit entwickelt und der Mieter hat ihn nicht gemeldet, sieht die Sache anders aus.
Entscheidend ist die Dokumentation. Wer den Befall entdeckt, sollte ihn sofort schriftlich beim Vermieter anzeigen, am besten per E-Mail oder eingeschriebenem Brief. Fotos mit Zeitstempel sind ein wichtiges Beweismittel. Ein professionelles Gutachten oder ein Befundprotokoll eines Schädlingsbekämpfers kann im Streitfall den Unterschied machen.
Was vor dem Auszug konkret zu tun ist
Wer in Wien oder einer anderen österreichischen Großstadt wohnt und einen Befall vermutet, sollte nicht warten. Ein seriöser Betrieb wie der Kammerjäger 1210 Wien kann innerhalb weniger Tage einen Termin anbieten, den Befall einschätzen und dokumentieren sowie eine Behandlung durchführen, die später als Nachweis gegenüber dem Vermieter dient.
Die Kosten für eine professionelle Schädlingsbekämpfung in einer durchschnittlichen Zwei- bis Dreizimmerwohnung liegen je nach Art des Befalls zwischen 150 und 600 Euro. Bei Bettwanzen mit mehrfacher Behandlung kann es mehr sein. Das klingt viel, ist aber deutlich günstiger als ein späterer Streit über die Kaution, die in Wien bei Gewerbeimmobilien bis zu drei Monatsmieten betragen kann, oder ein Schadensersatzprozess.
Konkrete Schritte in der richtigen Reihenfolge
- Befall schriftlich beim Vermieter anzeigen, noch vor dem Auszugstermin
- Fotos und Videos mit Zeitstempel anfertigen
- Professionellen Schädlingsbekämpfer beauftragen und Befundprotokoll anfordern
- Behandlungsprotokoll aufbewahren und dem Vermieter bei der Übergabe vorlegen
- Übergabeprotokoll erst unterzeichnen, wenn der Zustand schriftlich korrekt festgehalten ist
Möbel und persönliche Gegenstände: Mitnahme oder Entsorgung?
Auswanderer, die nach Dubai ziehen, nehmen selten ihre gesamten Möbel mit. Viele stellen Sachen ein, geben sie weiter oder lassen sie entsorgen. Wer befallene Gegenstände einlagert, riskiert, das Problem zu konservieren. Bettwanzen in einem Lagerraum sind nach sechs Monaten immer noch aktionsfähig. Wer befallene Möbel verschenkt oder spendet, gibt das Problem weiter und kann dafür in Regress genommen werden.
Die vernünftige Entscheidung ist: Befallene Gegenstände vor dem Transport oder der Weitergabe behandeln lassen oder fachgerecht entsorgen. Matratzen, Polstermöbel und Holzmöbel mit Befallsverdacht gehören in der Regel nicht in den normalen Sperrmüll, sondern müssen gesondert entsorgt werden. Die Gemeinden und Städte geben darüber Auskunft, in Wien übernimmt die MA 48 solche Entsorgungen unter bestimmten Bedingungen kostenlos.
Den Auszug sauber abschließen, damit Dubai wirklich ein Neustart wird
Wer nach Dubai auswandert, baut sich dort meist etwas Neues auf, beruflich, familiär oder beides. Dieser Neustart funktioniert am besten, wenn die alte Wohnung ohne offene Punkte abgeschlossen ist. Ein nicht geklärter Schädlingsbefall kann monatelang Energie kosten, durch Anwaltsbriefe, Kaution, die nicht zurückkommt, oder schlicht durch das Wissen, dass noch etwas ungeklärt ist.
Der Aufwand, der dafür nötig ist, ist überschaubar. Ein Termin beim Schädlingsbekämpfer, zwei Wochen vor Auszug eingeplant, reicht in den meisten Fällen aus. Wer das erledigt hat, übergabe das Übergabeprotokoll mit ruhigem Gewissen und kann sich auf das konzentrieren, was tatsächlich wartet: der Umzug in eines der wirtschaftlich dynamischsten Länder der Welt.













