Der Umzug nach Dubai ist für viele Auswanderer ein großer Schritt. Wer dabei eine Katze mitnehmen will, stößt schnell auf ein dichtes Geflecht aus Vorschriften, Formularen und praktischen Fragen, die sich von einem deutschen Wohnungswechsel grundlegend unterscheiden. Die gute Nachricht: Es ist machbar. Die schlechte: Wer schlecht vorbereitet anreist, riskiert, dass das Tier am Flughafen zurückgehalten wird.
Einreisevoraussetzungen für Katzen in die VAE
Die Vereinigten Arabischen Emirate regulieren die Einfuhr von Haustieren über das Ministerium für Klimawandel und Umwelt (MoCCAE). Für Katzen gilt: Das Tier muss mit einem ISO-konformen Mikrochip (ISO 11784/11785) gekennzeichnet sein. Ohne diesen Chip wird das Tier nicht eingelassen.
Zusätzlich ist ein gültiger Tollwutimpfschutz Pflicht. Die Impfung darf nicht älter als zwölf Monate sein, muss aber mindestens 30 Tage vor der Einreise verabreicht worden sein. Ein aktuelles Gesundheitszeugnis eines zugelassenen Tierarztes, ausgestellt nicht mehr als zehn Tage vor dem Abflug, gehört ebenfalls in die Reisemappe. Dieses Dokument muss von der zuständigen Behörde im Herkunftsland beglaubigt und anschließend von der deutschen Veterinärbehörde sowie dem VAE-Generalkonsulat apostilliert werden.
Wer aus Deutschland reist, braucht zudem den EU-Heimtierausweis. Ohne ihn ist der Nachweis der Impfhistorie kaum sauber zu erbringen. Eine Einreisegenehmigung (Import Permit) muss vorab beim MoCCAE beantragt werden, das geht online über das offizielle Portal. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel drei bis fünf Werktage.
Flug und Ankunft: Was am Flughafen Dubai passiert
Die meisten Auswanderer fliegen mit Emirates oder Lufthansa nach Dubai. Emirates erlaubt Katzen grundsätzlich nur als Frachttier im klimatisierten Frachtraum, nicht im Passagierkabinen-Bereich. Lufthansa wiederum ermöglicht unter bestimmten Bedingungen die Mitnahme im Kabinengepäck, wenn das Gewicht des Tieres inklusive Transportbox unter acht Kilogramm liegt. Diese Regelungen ändern sich gelegentlich, daher lohnt eine direkte Anfrage bei der Airline mindestens vier Wochen vor dem Abflug.
Am Dubai International Airport (DXB) durchläuft das Tier eine Veterinärkontrolle. Alle Dokumente werden geprüft, der Chip wird gescannt. Stimmt alles, ist das Tier in der Regel binnen 30 bis 60 Minuten freigegeben. Fehlt ein Dokument oder ist das Gesundheitszeugnis abgelaufen, kann das Tier in einer Quarantänestation untergebracht werden. Die Kosten dafür trägt der Halter, und sie sind nicht gering: Die tägliche Gebühr liegt je nach Station bei umgerechnet 50 bis 120 Euro.
Wohnungshaltung in Dubai: Was Vermieter und Gesetz vorsehen
In Dubai ist die Katzenhaltung in Wohnungen grundsätzlich erlaubt, aber nicht überall ohne Weiteres möglich. Viele Vermieter und Hausverwaltungen verlangen eine ausdrückliche Genehmigung im Mietvertrag. Wer ein Apartment über Plattformen wie Property Finder oder Bayut sucht, sollte den Filter „pet-friendly“ nutzen und das Thema dennoch vor Vertragsunterzeichnung schriftlich klären.
Das Dubai Municipality verlangt außerdem eine offizielle Registrierung des Tieres. Diese erfolgt über einen lizenzierten Tierarzt in Dubai, der die Daten im zentralen System erfasst. Die Registrierung kostet rund 200 AED (etwa 50 Euro) und muss jährlich erneuert werden. Wer seine Katze nicht registrieren lässt, kann mit Bußgeldern rechnen.
Freilaufflächen gibt es in Dubai kaum. Die meisten Katzenhalter setzen auf gesicherte Balkone oder sogenannte Catio-Lösungen, also Außengehege, die direkt ans Fenster oder an die Balkonbrüstung montiert werden. Das Klima spielt dabei eine entscheidende Rolle: Von Juni bis September liegen die Temperaturen regelmäßig über 40 Grad Celsius. In diesen Monaten sollte eine Katze den Außenbereich nur in den frühen Morgenstunden oder nach Sonnenuntergang aufsuchen.
Ernährung anpassen: Was das Klima und die Rasse erfordern
Das heiße Klima in den VAE hat einen direkten Einfluss auf den Flüssigkeitsbedarf der Katze. Tiere, die in Dubai gehalten werden, trinken messbar mehr als in mitteleuropäischen Verhältnissen. Wer bisher ausschließlich Trockenfutter verwendet hat, sollte spätestens nach dem Umzug auf eine Kombination aus Nass- und Trockenfutter umstellen. Nassfutter enthält rund 70 bis 80 Prozent Wasser und entlastet die Nieren, die bei Hitze besonders beansprucht werden.
Dabei spielt auch die Rasse eine Rolle. Britische Kurzhaarkatzen neigen etwa stärker zu Übergewicht und haben einen anderen Kalorienbedarf als schlanke Orientalische Kurzhaare oder Maine Coons. Wer sich vorab informieren will, findet bei Anleitungen zur Katzenernährung nach Rasse konkrete Hinweise darauf, welche Nährstoffzusammensetzung für verschiedene Rassen sinnvoll ist. Das ist besonders relevant, wenn das Tier durch den Umzugsstress zunächst weniger frisst und der Halter die Portionierung neu justieren muss.
Tiernahrung ist in Dubai gut verfügbar. Ketten wie PetZone oder Pet’s Delight führen europäische Marken wie Royal Canin, Hill’s oder Animonda. Wer Spezialfutter braucht, findet es auch bei internationalen Online-Händlern, die nach Dubai liefern, etwa Chewy oder Amazon UAE.
Tierärzte und Notfallversorgung in Dubai
Das veterinärmedizinische Angebot in Dubai ist gut ausgebaut. Kliniken wie das Veterinary Hospital der Dubai Municipality, German Veterinary Clinic oder Vetcare bieten Routineversorgung und Notfalldienste an. Die Preise liegen deutlich über dem deutschen Niveau: Eine einfache Konsultation kostet zwischen 150 und 300 AED, aufwendigere Behandlungen können schnell vierstellige Beträge erreichen.
Eine Tierkrankenversicherung ist in den VAE noch kein Standardprodukt, aber einige internationale Anbieter wie Petplan bieten Policen an, die auch in Dubai gelten. Wer seinen Vertrag noch in Deutschland abschließt, sollte die Deckung für den Auslandsaufenthalt explizit prüfen lassen.
Checkliste für den Katzenumzug nach Dubai
- Mikrochip nach ISO 11784/11785 vorhanden und gescannt
- Tollwutimpfung aktuell, mindestens 30 Tage vor Einreise verabreicht
- EU-Heimtierausweis vollständig ausgefüllt
- Gesundheitszeugnis vom Tierarzt, nicht älter als zehn Tage vor Abflug
- Apostille vom Veterinäramt und VAE-Konsulat eingeholt
- Import Permit über das MoCCAE-Portal beantragt
- Airline über Tiertransport informiert, Buchung bestätigt
- Mietvertrag enthält schriftliche Haustiererlaubnis
- Registrierung beim Dubai Municipality nach Ankunft erledigt
- Futterplan auf Klimabedingungen und Rasse abgestimmt
Wer diese Punkte systematisch abarbeitet und mit ausreichend Vorlauf beginnt, kann den Umzug auch für sein Tier reibungslos gestalten. Drei Monate Vorlaufzeit sind realistisch, zwei Monate sind das absolute Minimum.













